Kameras

Voll retro. Das Comeback des Polaroid!

Die Sehnsucht nach der guten, alten Zeit.

Polaroids sind in. Auch als App für das iPhone.

Seit Jahren ist die fotografische Pixeljagd ausgerufen. Es können gar nicht genug sein. Ohne Sinn und Verstand werden Pixel gebolzt. Egal, wie das Bild nachher aussieht. Eine Kamera mit 12,8 Mega Pixel wird gar nicht mehr ernst genommen. 12,8 MP, das entspricht einem 300 dpi A3 Scan. Der Zielwert der ersten, professionellen digitalen Vollformat Sensoren kam nicht von ungefähr. 300 dpi A3 war zu analogen Zeiten High-end im Fotojournalismus. Ein Cover im Hochglanz-Magazin war realisierbar, ohne das Bild verlustträchtig in der Repro „aufblasen“ zu müssen.

Und was passiert dann, in Zeiten, in denen 20 MP Kameras plus für jeden erschwinglich werden? Millionen von Menschen stürzen sich auf analoge Sofortbilder, auf Polaroids oder „Polas“, wie sie der Profi nannte. Bilder, mit 12 Linien Auflösung pro Millimeter. Also nichts. Ein guter alter schwarzweiss Kleinbildfilm bringt bereits 200 Linien. Ganz zu schweigen vom grottenschlechten Kontrastumfang. Wem jetzt beim Wort Sofortbilder noch immer nicht die Haare zu Berge stehen, dem sei noch nachgeschoben, dass er sich mit Kameras herumschlagen muss, die eine Fixblende von bestenfalls 1 : 12,7 haben samt fester Brennweite. Also Objektive mit Lichtstärke gleich Null und zoomen mit den Füssen ist angesagt, dafür Tiefenschärfe ohne Ende und scharf stellen nach digitaler Methode: Nah, fern. Es kommt aber noch schlimmer, für unsere alles gratis Gesellschaft: Jedes Bild, jedes mal abdrücken kostet erbarmungslos 80 Cent. Egal ob Ausschuss oder super toll und durch die Welt schicken kann man es nur mit einer Briefmarke. Das will einfach alles gar nicht in unsere Zeit passen.

Und doch tut es das. Vor allem die junge Generation ist begeistert von den coolen Polaroids. Selbst digitale Bilder mit dem Smartphone sollen aussehen wie Polas und so hat, wer kreatives auf sich hält, eine Polaroid App am Phone installiert. Selbst unter der scheintoten Hülle der Marke Polaroid, die heute einer polnischen Investoren Gruppe gehört, findet sich eine Polaroid App im iTunes Store.

Es ist schon eigen. In der heutigen digitalen Zeit werden deutlich mehr Polaroids aufgenommen, als in den analogen Jahren. Retro ist einfach cool und das zieht sich durch alle Bereiche. Gerade ist zu lesen, das Sony nach 30ig Jahren Abstinenz wieder in den Vinyl Markt einsteigt. Der Markt für die alten Scheiben boomt. Die wenigen verbliebenen Fabriken können die Nachfrage nicht mehr bedienen und so errichtet Sony eine eigene Produktionsstätte.

Fast jeder Trend kommt zurück. Man muss ihn nur erwarten und erleben können. Der nächste könnte die Postkarte sein.

Der Reiz des Polaroid.

Der Reiz des Polaroids – echte Unikate.

Was macht eigentlich den Reiz des Polaroids aus? Es ist wohl das Unikat, das Einzelstück, etwas zu besitzen, ein Abbild der Realität, das sonst niemand auf dieser Welt besitzt und auch nicht nachmachen kann. Denn es hat etwas Unwiederbringliches festgehalten: Einen Moment in unserem Leben. Der einzigartige Augenblick, der eingefroren wurde, egal wie banal er auch gewesen sein mag, rückt in den Vordergrund. Alles kehrt zum Ursprung der Fotografie zurück. Das Staunen, das ein Moment dieser Welt auf einem Bild fixiert wurde. Ein derart eindringlicher Akt, dass bis heute viele Naturvölker glauben, es würde ihnen die Seele von einer Fotografie geraubt.

Das Unikat ist die eine Sache, aber ein Sofortbild hat noch viele andere Facetten, das es so spannend macht. Heute sagt man dazu „Funfactors“. Es ist das Spielerische, das Experimentelle, eine Aktion mit ungewissem Ausgang, das der Akteur erwarten muss, in Neugier und Vorfreude. Das Sofortbild ist unberechenbar. Keine Elektronik optimiert in Sekundenbruchteilen ein Bild des Anvisierten in annehmbarer Qualität, egal was für einen Unfug der „Fotograf“ gerade getrieben hat. Das Sofortbild präsentiert dem Fotografen sein Können. Gnadenlos. Die Aufregung wird noch gesteigert, da es nicht in einem Schlag zu Tage tritt, sondern quälend langsam über zwei Minuten entsteht.

„War es das schon, wirklich so flau oder kommt da noch was?“ Alle starren gebannt auf den kleinen Schnipsel, den jemand in der Hand hält und raten zu Unsinnigem wie „wackle mal, Du musst es an den Körper drücken, wegen der Wärme und so, blas mal drauf, das hilft“. Was man halt so in alten Filmen gesehen hat, als die schleimigen echten Polaroids ihr Bild zu Tage förderten und das damals durchaus alles Sinn machte. Bei den Instax Filmen von Fujifilm ist das natürlich alles Unfug. Polaroids sind eben auch soziale Ereignisse. Reale, keine virtuellen. Echte Freunde und Bekannte erleben es zusammen. Das hat was. Und danach muss geteilt werden. Real, eine Sache nur einmal, nicht tausendfach. Wer bekommt das Bild, wer steht zurück? Echtes Teilen, nicht virtuelles. Das Bedeutet für alle ausser einen: Verzicht.

Polaroids gerade bei jungen Leuten sehr beliebt – macht eben Spass!

In Zeiten der analogen Fotografie war das „Pola“ für den Profi im Studio unverzichtbar. Es wurde geschossen, um zu prüfen, wie die Ausleuchtung sass, ob man zu hell, zu dunkel war, die Lichtpunkte richtig gesetzt wurden und mehr. Kein Fotograf, der in der professionellen Liga spielte, konnte auf das „Polaback“ an seiner Hasselblad verzichten. Und das war ziemlich teuer. Auch die Filme. Neben dem rein technischen wurde es aber auch schnell von vielen Künstlern als Mittel zum kreativen Ausdruck entdeckt. So arbeitete der berühmte Landschaftsfotograf Anselm Adams mit Polaroids im Grossformat. Die Stilikone Andy Warhol zog mit seiner Polaroid durch die New Yorker Clubs und schoss Bilder für sein Magazin „Interview“. Und auch heute ist eine Polaroid, möglichst im Retro-Look, die beste Garantie sich im späten Nachtleben selber zu inszenieren. Wer zu fortgeschrittener Stunde mit einer Leica Sofort in schicker Ledertasche auftaucht und einen monochrom Film eingelegt hat, steht bald im Mittelpunkt des Interesses.

Das Sofortbild – es begann genau vor 70ig Jahren.

Polaroid Model 80A aus den Jahren 1950.

Am 21. Februar 1947 stellte der geniale Physiker und Gründer des Unternehmens Polaroid (1937) Edwin Herbert Land der Optical Society of America die erste Polaroid Kamera vor. Eine Balgenkamera, der man kurz nach der Aufnahme ein fertiges schwarzweiß Positivbild entnehmen konnte. Die Ära der Sofortbild-Fotografie wurde eingeläutet. Alles ging auf seine Erfindungen rund um polarisierende Polymer Folien, daher der Unternehmensname Polaroid, zurück, die sich auch bald in Sonnenbrillen und unzähligen industriellen Anwendungen wieder fanden.

Edwin Herbert Land war ein kreatives Genie. 1957 stellte er einen Film vor, mit dem man binnen zwei Minuten projektionsfähige Diapositive belichten konnte, entwickelte Filme für die Reproduktion alter Schriften in Bibliotheken oder Infrarot Sofortbild Film für den Röntgenbereich. 1963 kam der „Polacolor“ auf den Markt, ein Sofortbild Film in Farbe für den Consumer Bereich. 1977 wurde sogar ein Super 8 Film der „Polavision“ vorgestellt, der pro Kassette zweieinhalb Minuten Film produzieren konnte. Land entwickelte auch für das Spionageflugzeug U2 Hochleistungskameras und widmete sich einer Vielzahl anderer phototechnischer Probleme. Sein Ausbildungsweg teilt er sich mit Grössen wie Bill Gates. Er brach sein Harvard Studium ab, gründete ein Unternehmen und wurde zu einem der Innovatoren seiner Branche.

Die legendäre Polaroid SX 70 Kamera.

In den 90iger versuchte Polaroid das, was Fujifilm mit der Instax 10 Jahre später erfolgreich schaffte. Es wollte mit der „Captiva“ und „iZone“ eine junge Generation ansprechen, die gelegentlich aus Spass Bilder schoss. Der Versuch misslang und so wurden die Projekte wieder eingestellt. Polaroid war seiner Zeit voraus. Die „Spassgesellschaft“ war noch nicht alltägliche Realität.

Ab da verliess Polaroid das Glück. Wohl auch deshalb, weil dem Unternehmen ein visionärer Geist wie jenes des Gründers Edwin Herbert Land fehlte, der im Alter von 81 Jahren 1991 starb . Man setzte keine Trends mehr sondern verpasste sie in allen fotografischen Bereichen. Im Dezember 2008 musste Polaroid Insolvenz anmelden, nachdem sechs Monate zuvor im Niederländischen Werk Enschede der letzte original Polaroidfilm der Geschichte hergestellt wurde. Eine grosse Ära ging zu Ende und vielen professionellen Fotografen blutete das Herz, obwohl sie ihre „Polabacks“ schon lange gegen Digibacks an der Hasselblad getauscht hatten.

1999 – das Unmögliche beginnt seinen Siegeszug. Fotografieren mit dem Instax Film.

Die Instax 8 von Fujfilm für die junge Zielgruppe.

1999 startete Fujifilm mit den ersten Instax Kameras, der Wide und der Mini. Aus Sorge, in Patentstreitigkeiten mit Polaroid zu kommen, ging man mit Polaroid, das gerade erst mit seinem Projekt „Captiva“ und „iZone“ einige Jahre zuvor gescheitert war, auf den amerikanischen Markt. Das Produkt die Polaroid mio scheiterte jedoch. Der Zielmarkt konnte nicht erreicht werden. Auf dem Heimmarkt in Japan setzte sich der Instax Film jedoch erfolgreich im Massenmarkt durch.

Was 1999 Fujifilm dazu ritt, in den Markt für Sofortbilder einzusteigen ist eine interessante Frage, die wenn, nur das Unternehmen aus dem Innersten selber beantworten könnte. War es Zufall oder gar eine geniale strategische Vision? Die Zeit verlangte nach allem nur nicht nach Sofortbild Kameras. 1992 erfolgte auf der Photokina in Köln der Startschuss in Sachen Digital Imaging. Alle Hersteller von Rang und Namen stellten die ersten digitalen Kameras vor wie Rollei, Kodak, Sony oder der High-end Anbieter Leaf und bereits 1994 verkündeten die grössten Fotostudios Deutschlands, die Vogelsänger Studios, in die digitale Fotografie einzusteigen.

Die Frage, warum Fujifilm in den Markt einstieg und damit heute so erfolgreich ist, bleibt wohl ein Geheimnis. Es riecht aber sehr nach grossem Zufall und Glück, waren doch viele grosse Marken damals wie etwa Leica der Ansicht, dass die digitale Fotografie nur ein Strohfeuer sei, professionell nicht ernst zu nehmen und bald von der Bildfläche verschwinden würde. Diese Sicht brach vielen Unternehmen der Branche das Genick und auch Leica entging dem nur um Haaresbreite, heute Sofortbild Partner von Fuji mit der Leica Sofort auf Basis der Fuji Mini.

Mit der Insolvenz von Polaroid 2008 und dem Ende des Werkes in Enschede, hatte Fujifilm freie Bahn. Es war der einzige verbliebene Player im Sofortbild Markt. Und auch als 2008 „The Impossible Project“ mit einem geplanten wiederbeleben des Werkes Enschede auf den Plan trat, änderte das nichts. Das Werk konnte mit der klassischen Technologie einfach nicht mehr in Betrieb genommen werden. Viele Zulieferer waren in den Anschlusskonkurs gegangen.

Welche Instax Kamera ist die richtige für mich?

Die Leica Sofort auf Basis der Fujifilm Instax Mini.

Nachdem die Sofortbild Fotografie immer beliebter wird, wächst auch die Zahl der Kameras, aus der die Enthusiasten wählen können. Im Wesentlichen bietet sich Fujifilm und Leica an. Da alle die gleichen Filme und Optiken verwenden, spielt die Wahl der Kamera in Sachen Bildqualität in Wirklichkeit keine echte Rolle, auch wenn das Marketing hier natürlich, um premium Preise abzuschöpfen, gegen hält. Sieht man sich z.B. die Fujifilm Instax 8 für rund 60 Euro an und vergleicht sie mit der Leica Sofort für 280 Euro, stellt man entsetzt fest, dass beide das idente Objektiv aus zwei Elementen mit 60 mm und 1 : 12,7 haben. Bildträger und Objektiv sind gleich und so kann man getrost sagen, ein Unterschied in der Bildqualität wird kaum feststellbar sein. Ein Testlabor muss dazu wohl kaum bemüht werden.

Auch wenn Leica nicht verheimlicht, dass es die Fujifilm als Basis verwenden, pocht das Unternehmen darauf, dass es im Inneren der Kamera schon seine eigenen Akzente setzen würde wie die Motivprogramme, Doppelbelichtung u.ä. Fujifilm bietet geiches in der Instax Mini 90 Neo Classic für rund 130 Euro an. Ist man nüchtern und ehrlich, erhält man bei der Leica für den doppelten oder mehr als vierfachen Preis kein besseres Bild sondern eine schönere Kamera und das gute Gefühl, einen „roten Punkt“ umgehängt zu haben.

Die Entscheidung, welche Kamera zu einem passt, ist daher recht einfach aus den Faktoren Format, Kreativität und Design, letzteres könnte auch mit Budget bezeichnet werden, zu bestimmen.

Format

Die Instax Wide 100 von Fujifilm.

Die alles entscheidende Frage ist das Format. Wer das attraktive Bild der Instax Wide nutzen möchte, die sehr ansprechenden 60 mm × 99 mm, kommt an der klobigen und wenig schicken Fujifilm Wide nicht vorbei. Auch das erst kürzlich durchgeführte Facelift, machte das riesige und unhandliche Plastikteil zu keiner Designikone. Aus einem potthässlichen Gerät wurde ein erträglich hässliches, das dem Träger keine besondere Eleganz oder Schick verleiht. Dies wird am stärksten, zu Recht, Damen abschrecken. Denn um die Schulter oder gar den Hals getragen, erhält man den Anstrich eines Keilers der 60iger, der vor dem Kolloseum in Rom Touristen ein Porträt samt Monument im Hintergrund überteuert andrehen möchte. Bei all dem Ungemach kommt noch hinzu, dass die Wide keinen monochrom Film bietet, was völlig unverständlich ist. Auch der Preis von rund 100 Euro für die Kamera kann das nicht entschuldigen. Verdient wird ja schliesslich an den Filmen und nicht an den Kameras.

Die Instax 8 von Fujfilm für die junge Zielgruppe.

Gänzlich anders stellt sich die Situation bei der Instax Mini dar. Tritt sie in der preiswertesten Version der Fujifilm Instax 8 in leicht kindlichem Design und vielen bunten Farben als echte Teenie Kamera an, kann der reifere Student sich mit der Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic den Anstrich des angehenden Kreativdirektors einer grossen Werbeagentur geben. Designtechnisch gereiftere Persönlichkeiten z.B. Damen in Chanel, können ihr Styling mit einer elegant umgehängten Leica Sofort in der Farbe „Creme“ unterstreichen, Hipster, verkannte Genies und Künstler ihr schwarzgraues Styling mit einer schicken Leica der Farbe „Mint“ aufpolieren. Alle Kameras sind überaus handlich. Das hat seinen Preis, denn die Bildgrösse ist enttäuschend und beträgt nur 62 mm × 46 mm, was ca. dem Iso Scheckkartenformat entspricht. Irgendwie hatte man sich da grösseres vorgestellt, denn das geht gerade noch, mit einem zugedrückten Auge, als Foto durch. Grosser Pluspunkt ist jedenfalls, dass es für die Mini auch einen Monochrom Film gibt.

Preislich ist es egal, ob man beim Filmmaterial zum Wide- oder Miniformat greift. Beides kostet gleich viel.

Kreativität

instax mini 90 NEO CLASSIC

Dann wäre da noch der Punkt „Kreativität“, denn lediglich die Leica Sofort und die Fujifilm Classic bieten sogenannte „Kreativprogramme“. Soll wohl vermitteln, einmal an der Kamera drehen oder schieben und ein kreatives Bild wird erzeugt. Natürlich völliger Unsinn, den Kreativität entsteht im Kopf des Fotografen.

Im wesentlichen geht es um Motivprogramme, aber hier kann die Kamera keine grossen Sprünge machen, denn was soll bei einer Fixblende von 12,7 bzw. 16 schon grossartig herauskommen? Arbeiten mit Schärfenebenen oder ähnliches? Die Polaroids waren bewusst als Schärfentiefe Kameras gedacht, Einstellung nah / fern.

Um mit einer Polaroid seine Kreativität zu entfalten, bedarf es keiner grossen Einstellmöglichkeiten. Dafür wurde die Kamera nicht erdacht. Die Kreativität liegt darin begründet, die Eigenheit, die Wirkung des Filmes geschickt auf geeignete Motive anzuwenden und ein Motiv „Polaroid gerecht“ zu inszenieren. Polaroids sind weniger Schnappschusskameras als Kameras, die nach einer Inszenierung des Bildes verlangen.

Design

Die Leica Sofort auf Basis der Fujifilm Instax Mini.

Dieser Punkt ist schnell und leicht abgearbeitet. Die Leica Sofort ist, wie alle Leicas: Einfach schön. Puristisch, klare Linien mit Stil und Klasse und ein roter Punkt, der sie in den Adelsstand der Kameras hebt. Wer mit dem Mini Format zufrieden ist und das Geld hat, kauft sich die Leica Sofort, auch wenn es technisch wenig Sinn macht. Aber Schönheit hat eben ihren Preis und eine Leica, ob nun eine viele tausend Euro teure M oder eine 280 Euro teure Leica Sofort, sind nicht nur Kameras an sich, sie verkörpern eine Lebenseinstellung, die der Besitzer stolz aber dezent trägt.

Die Alternative: Impossible – das bringt die Zukunft.

Der Polaroid Nachfolger des Unternehmens Impossible, die Impossible I-1.

Die zwei Polaroid Enthusiasten André Bosman und Marwan Saba gründete 2008 das Startup “The Impossible Project” und übernahmen vom insolventen Unternehmen Polaroid das Filmwerk in Enschede. Der Start war wirklich „impossible“, da mit Polaroid viele Zulieferer die Segel strichen und ein klassisches Polaroidfilm nicht mehr produzierbar war. So musste das Unternehmen zusammen mit Ilford einen modifizierten Film entwickeln. Dabei war auch der Zeit entsprechend der Umweltgedanke zu berücksichtigen. Die neuen Impossible Filme sind demnach nicht mehr wie die alten Polaroid Kassetten mit Batterien bestückt, die nach 8 Shots in den Müll fliegen und auch die chemische Emulsion zum Entwickeln des Bildes, hat sich stark geändert. Leider auch zum Nachteil bei den Entwicklungszeiten.

Wer also nicht mit Instax fotografieren möchte und in die echte retro Welt eintauchen will, sollte sich bei Impossible umsehen. Er hat zwei Varianten, seinen Fabel für Polaroids im klassischen Format auszuleben.

Polaroid Klassiker – refurbished zu haben.

Impossible produziert wieder eine schöne Palette an Sofortbild Filmen, die in den alten Polaroid Kameras eingesetzt werden können. Ein Filmpack mit 8 Aufnahmen kostet um die 20 Euro. Das ist deutlich teurer als der Insatx, nur die Bilder sind auch grösser und die Palette an Filmen deutlich breiter. Das hat seinen Preis, auch weil kein Massenmarkt wie durch Instax bedient wird. Insofern geht der Preis OK. Nachdem man auch noch eine Kamera braucht, bietet sich an bei amazon oder ebay spott billig eine gebrauchte zu erstehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann aber zu vertretbarem Preis eine refurbished Polaroid bei Impossible online kaufen. Eine tolle Idee, wie sonst nur im High-end Profi Bereich üblich.

Wer aber echten Polaroid retro Stil leben möchte und das mit einer modernen Kamera, mit breitem Gestaltungsspielraum, Steuerung über Bluetooth App und mehr, der sollte sich unbedingt die Impossible I-1 ansehen. Ein tolles Designstück, das Mitte 2016 auf der Bloomberg Businessweek Design Conference vorgestellt wurde. Mittlerweile ist die I-1 im online Shop von Impossible für 299,- Euro erhältlich und auch schon europaweit solide bei Händlern vertreten.

Die Impossible I-1 ist eine interessante Kamera. Sie richtet sich nich an Spassknisper wie die Instax Modelle, sondern an ernsthafte Fotografen, die eine besondere Ausdrucksform in ihren Projekten suchen. Der Erfolg der I-1 wird auch bestimmen, ob sich Leica nicht mit der Leica Sofort verrannt hat. Dann steht der rote Punkt nicht mehr für das Beste sondern für das 2. Beste. Und das ist wahrlich nicht Leica Philosophie.

Der Sofortbildmarkt bleibt spannend und Impossible bringt frischen Wind in das Thema. Konkurrenz belebt und wird auch die Instax Macher anspornen, sich nicht gefährlich bequem zu betten. Vor allem Leica wird nachdenken müssen.

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